14.09.2014 19:15

SONY DSCKarwendelblick Hüttenspitz NW Wand
Erstbegeher:  Zach-Gollner 6.9.2014

Ich und Gollner Berni waren am Weg zur Gamsgufel um unsere Mehrseillängentour zu putzen. Da wir aber recht Früh dran waren, war die Wand noch sehr nass. Wir stiegen trotzdem die ersten 2 SL ein, mussten aber wegen den schlechten Bedingungen abbrechen.
SONY DSCNach Hause gehen wollten wir aber auch noch nicht, also gingen wir die Wand Richtung Wechselreise hinauf und nahmen diese etwas genauer ins Visier. Dabei ist uns eine Linie aufgefallen die nicht allzu schwer, aber lohnend ausschaute.
Da ich Material deponiert hatte, und die Bohrmaschine, um einen Stand umzubohren, mit dabei war, fackelten wir nicht lange herum. Am Anfang war das Ziel eine Seillänge einzurichten, da wir wenig Material, einige Bohrhaken, ein paar Normalhaken und einen kleinen Satz Friends dabei hatten. Wir gingen sehr sparsam mit dem Material um und so reichte das Material für insgesamt 4SL, gesamt ca. 180m.
Die Tour ist an der Hüttenspitz Nordwestwand und muss mit Friends und Köpfelschlingen zusätzlich abgesichert werden. Abseilen über die Route!
Alpine Erfahrung ist notwendig, da die Tour teilweise brüchig ist!

1.SL. 5+ 45m 3BH 1NH
2.SL. 4   40m 2BH 1NH
3.SL. 5+ 45m 2BH 1NH
4.SL. 4+ 50m 3BH 1NH

Mike & Berni

01.07.2014 19:04

 

copyright by Thomas Haslwantercopyright by Thomas Haslwanter

Schon seit mehreren Jahren geistert  mir eine Linie im Kopf herum, eine Linie entlang einer alten genagelten Techno-Tour von Werner Haim direkt an der Gamsgufel, der Westseite der Winklerwand. Steil, splittrig, kleingriffig, kurz gesagt bester Halltal-Karwendel-Kalk. Und genau hier, entlang einer stark überhängenden, bauchigen Kante hat sich Werner seinerzeit mit Hilfe von Normalhaken, Skyhooks, Trittleitern, Handbohrer und 6mm „Nägel“ über 2 Längen nach oben gearbeitet. Eine gewaltige Leistung, physisch, als auch psychisch.

Werner Haim, wurde in der Steiermark geboren, war geprüfter Heeres- und Zivilberg- und Schiführer und für viele Jahre in Absam stationiert. Das Karwendel wurde zu seiner Heimat, Erstbegehungen zum Beispiel auf die Gamskarspitze, den Falbachkartürmen oder der Überschallwand (Speckkarspitze) zeugen noch heute von der Abenteuerlust und der Liebe zu den Bergen und dem Karwendel.

Ich begann durch Werner mit dem Klettern, schon öfter hat er mir, nach ein, zwei Radler die Geschichte seiner ersten persönlichen Begegnung mit Werner erzählt:

„Ein Zufall brachte mich und Jud Christoph in unserer Kindheit zu Haim Werner.
Bei einer Bergtour Richtung Bettelwurf verlor ich meinen Alpenvereinswimpel, ein gewisser Herr Braun fand ihn und brachte ihn bei mir zu Hause vorbei. Er blieb auch gleich auf ein Bierchen bei meinen Eltern und wir redeten über Bergtouren.
Von diesem Zeitpunkt an nahm uns Herr Braun regelmäßig zu Bergtouren ins Karwendel mit.
Beindruckt von den hohen Wänden im Karwendel, träumten Christoph und ich immer wieder vom Klettern was nicht unbemerkt blieb.

Ich war zu dem Zeitpunkt circa 10 Jahre alt und hatte absolut keine Ahnung vom Klettern, war aber sofort begeistert von Herrn Brauns Vorschlag, seinen Kumpel zu fragen ob er nicht mit uns einmal klettern gehen könnte.
Als wir dann auch noch erfuhren, dass sein Kumpel niemand anderer als Werner Haim ist, schlugen unsere Herzen nochmal höher, denn Werner Haim war schon damals ein Begriff. Mehrere Bilder seiner tollkühnen Erstbegehungen zierten die Wände vom AV Heim und wurden von uns schon mehrfach bewundert.

Wenige Tage später standen wir auch schon mit Werner im Heeresklettergarten im Halltal. Er begrüßte uns mit dem Satz: „Grias enk! Seids es de zwoa Burschen de amal Klettern welln?“
Wir schauten ihn mit großen Augen an, und sagte    n mit leiser Stimme: „Ja.“
Er holte aus seinem Rucksack drei Brust- und Sitzgurte von Edelweiß, sie waren Blau-Orange, ich kann sie heute noch ganz klar vor mir sehen. Angezogen und im Seil eingehängt gingen wir zur gelben Route. Nach einer kurzen Einschulung im Sichern, kletterte Werner einfach los, mit nichts anderem als ein paar Alukarabiner und selbst gebundenen Bandschlingen am Gurt.
Nach kurzer Zeit hörten wir „STAND!!“, was für uns das Zeichen zum Nachkommen war. Voller Vertrauen, aber auch etwas Ehrfurcht kletterten Christoph und ich nach. Das absolute Highlight war für uns aber an diesem Tag das Abseilen. Werner seilte uns über eine Dachkante ab, wo wir das erste Mal in unserem Leben frei über dem Abgrund hängten, ein unbeschreibliches Gefühl.


Wir gingen mit Werner des Öfteren im Heeresklettergarten klettern, wo er uns Seiltechniken und Knoten lernte. Auch wenn Werner und ich uns etwas aus den Augen verloren, er hat die Leidenschaft fürs Klettern in mir geweckt, und die ist bis heute ungebrochen.“

Durch diese langjährige Verbundenheit und in Anerkennung der großen bergsteigerischen Leistungen von Werner, aber auch in Anerkennung seiner herzlichen Persönlichkeit, war es mir ein großes Anliegen diese Tour ihm zu widmen.

DSCN1367 DSCN1370Ziel für uns war es, so nah wie möglich an der Originallinie zu bleiben, jedoch einen frei kletterbaren Weg zu finden. Dazu haben wir die Linie mit Bohrhaken zusätzlich abgesichert, den Großteil der alten Nägel und Haken in der Wand belassen. Am ersten Tag (31.05.) unseres Unterfangens sanierten wir die beiden Längen von Werner und hängten diese zu einer einzelnen, ca. 27-30 Meter langen Seillänge zusammen. Von dort folgten wir der Wand gerade nach oben bis zu einer kurzen Traverse unter einem splittrigen Dach. Die dritte Länge ist recht kurz und stellt den Wechsel von der Westseite zur Südwestseite der Wand dar, das Gelände wird deutlich leichter, abgestufter und auch brüchiger. Die vierte und letzte Länge pusht nochmal 55 Meter am Stück nach oben und endet auf einem schmalen Podest direkt am Grat. Ca. 120 Meter Wandhöhe, aber deutlich mehr Klettermeter.

DSCN1376  Müde, ausgezehrt aber glücklich, nach fast 7 Stunden Arbeit in der Wand, kehrten wir am frühen Abend heim, selten hat ein Radler besser geschmeckt.

Das zweite Mal in der Tour waren wir nur wenige Tage später. Am späten Nachmittag starteten wir los, ich kletterte die (neue) erste Länge technisch hoch, sicherte sich ab und machte sich an die Arbeit die Wand von losen Schuppen, Felsbrocken und ähnlichem zu befreien.

Im Anschluss blieb nur noch kurz Zeit für ein erstes Auschecken, ob die Linie so zu klettern ist, wie wir uns das gedacht haben, bevor wir schon wieder den Rückweg antreten mussten.

DSCN1388DSCN1392Am 16. Juni hatten wir endlich wieder Zeit uns nach der Arbeit für einige Stunden unserer Tour zu widmen. Technisch kletterten wir die ersten beiden Längen rauf um die zweite Länge zu putzen. Für mehr war an diesem Tag schon nicht mehr Zeit. Aber bereits 3 Tage später, am 19. Juni waren wir zurück und diesmal wollten wir uns einzig und allein dem Auschecken der ersten Seillänge widmen. Nach einigem Herumprobieren konnten wir den schweren Einstieg entschlüsseln, ihn in einem Stück aber zu klettern konnten wir uns noch nicht wirklich vorstellen. Die Griffe sind klein und abweisend und zum Steigen bietet sich auch keine große Auswahl an. Dafür war es uns bereits möglich den Rest der ersten Seillänge, d.h. vom „Henkel“ nach dem Einstieg bis zum Stand in einem Zug zu klettern und schätzten diesen Teil der 1.SL auf circa 8- ein. Wie sich das aber anfühlt, wenn man die deutlich schwereren ersten Meter noch dranhängt blieb noch offen.

Das schlechtere Wetter, vor allem die sommerlichen Nachmittagsgewitter verhinderten weitere Versuche unter der Woche, wir wurden beide schon etwas nervös, denn bald beginnt die Urlaubszeit und wir hätten mehrere Wochen am Stück keine Gelegenheit einzusteigen.

2014-06-05 16.11.45Foto 3Samstag 28. Juni war es aber dann doch wieder soweit. Für den Tag hatten wir eigentlich etwas anderes geplant, die heftigen Schauer in der Nacht auf Samstag zwangen uns aber unseren Plan zu ändern, was sich in Nachhinein als goldrichtig herausstellte. Um halb neun in der Früh marschierten wir los, beide nicht sonderlich gut gelaunt, der Nebel hing noch voll in der Wand, vom sonst allgegenwärtigen Wind war nichts zu spüren und der Regen der Nacht versprach auch keine guten Bedingungen. Trotzdem wollten wir zur zweiten Länge hinauf um diese wenigstens einmal auszuchecken. Bevor wir einfach technisch über die erste Länge hinaufziehen, wollten wir doch nochmal den Einstieg probieren. Es war definitiv nicht leichter als wir es in Erinnerung hatten, noch dazu fühlten sich die kleinen Leisten und Seitgriffe recht schmierig an, umso überraschter waren wir, als sich ich nach ein paar Versuchen irgendwie an den rettenden Henkel wiederfand. Der Griff ist zwar gut, aber Tritte sind keine vorhanden, also kann man nicht lange rasten, sondern muss gleich weiter. Sechs schwere und vor allem instabile Züge an mittelmäßigen Griffen und winzigen Reibungstritten, bevor man endlich in einer Verschneidung steht und wirklich rasten kann. Von da an gab es kein Halten mehr, wir wussten, heute könnte es klappen.

Ich kämpfte mich zum Stand, die Unterarme fast gleich dick wie die Oberarme, aber das Lächeln in meinem Gesicht sprach eine ganz andere Sprache.

DSCN1450Jetzt lag es an Philipp. Er packte einen Rucksack mit allem was wir brauchen konnten, für den Fall, dass es heute bis ganz nach oben ging, und kletterte so schnell und kräftesparend wie möglich nach. Nach einer kurzen Rast am Zwischenstand startete Philipp in den Flash-Versuch der zweiten Seillänge. Zum Glück hatte Er damals so viel Zeit in das Putzen investiert. Wandkletterei vom Feinsten, mit der Schlüsselstelle nach circa 20 Meter, kurz bevor man zu einer rettenden Kante kommt. Dort beginnt die Wand etwas abzustufen und das Gelände wird deutlich leichter. Die letzten Meter bis zum Stand klettere Philipp wie in Trance, voll konzentriert aber innerlich von einem Ohr zum anderen lachend.

Jetzt war es Gewissheit, heute war DER Tag. Ich kletterte die dritte Länge, Philipp die Vierte. Die Wand war hier zwar noch stellenweise nass, aber das konnte uns nicht aufhalten. Glücklich saßen wir am Top, genossen die Sonne und schauten mehreren Wanderern zu, die gerade von Richtung Bettelwurfhütte herunterkamen. Der Rest war schnell erledigt, Abseilen, Rucksäcke packen, Projektschlinge entfernen, Tour provisorisch anschreiben, Abstieg, Bier.

DSCN1453Winklerwand West – Haim Werner Gedenkführe

Eingerichtet Mai/Juni 2014
erste freie Begehung: Zach/Wergles 28.06.2014
Wandhöhe: 120m
Exposition: W
Schwierigkeit: 9 (A0 7)
Zustieg: Durch das Halltal und weiter Richtung Bettelwurfhütte, der Einstieg ist direkt bei der „Gamsgufel“
Abstieg: Abseilen über die Tour
Beste Zeit: spätes Frühjahr/Sommer/Herbst

Die Tour ist sehr gut mit Bohrhaken abgesichert und kann in der 1. und 2.SL technisch geklettert werden. 14 Expressen und ein 60m Doppelseil sind empfehlenswert.
Achtung! Der Fels ist teilweise brüchig, alpine Erfahrung notwendig!

1.SL 9 (A0 7) 30m
2.SL 8- (A0 6+) 30m
3.SL 3 20m
4.SL 5- 55m

M. & P. Text: Philipp Wergles

26.05.2014 18:58

 

DCIM100GOPRO DCIM100GOPROWer schon mal am Klobenjoch war, der weiß was einen dort erwartet. Wer noch nie dort war => hinfahren.

Um 8.00 Uhr starteten Philipp, Berni, Roman und ich in Hall los, rauf zum Achensee und mit der Rofanseilbahn zur Bergstation. Von dort kommt man in gut 30 Minuten, vorbei an der Dalfazalm, zum Wandfuß.

DSCN1318DSCN1321Nach kurzer Rast ging es los, Mike und Roman starteten mit „La Grola“ gefolgt von „Josef Singer-Gedächtnis Führe“. Für Berni und mich ging es in „No Harakiri“ und anschließend „Pippi Langstrumpf“. Zum Abschluss stiegen Mike und Berni noch in die „Flamme“, während Roman und ich uns gemütlich dem Kaffee zuwandten.

DSCN1341DCIM100GOPRODen Ausklang des gelungenen Tages bildete die Dalfazalm. Ein, zwei Bierchen auf der Terrasse, bevor wir den fast 1,5 stündigen Abstieg zurück zum Auto in Angriff nahmen.

Danke den Jungs für den super feinen Tag!

P. (& M. & B.) Text: Philipp Wergles

25.05.2014 18:56

Es kommt ja selten genug vor, dass unsereins unter der Woche einmal frei hat. Vergangenen Donnerstag hatte Mike wieder einmal frei und da auch Berni sich den Vormittag frei machen konnte, waren die beiden an der Martinswand am Weg und haben folgendes zu berichten:

Foto 2Foto 1Berni und ich hatten beide am Donnerstagvormittag Zeit und so beschlossen wir eine schnelle Mehrseillängentour an der Martinswand zu machen.
Wir entschieden uns für „Ferratina Modia“ 7+/8- im Sektor Spitz, gleich rechts der Kaiser-Max-Grotte. Bei Vorhersagen von bis zu 30° Celsius starteten wir bereits um 8.00 Uhr in Hall los. Am Parkplatz angekommen knallte die Sonne bereits voll in die Wand und in weiser Voraussicht füllte ich mein Chalkbag randvoll => Handschwitzalarm!

Foto 3Foto 4Schnell ging es über den Klettersteig bis zum Einstieg der Tour. Ohne Pause starteten wir sofort los, 5 Seillängen bis 8- durch wasserzerfressenen Kalkplatten hieß es zu meistern.

Zusammenfassend können wir die Tour nur weiterempfehlen, überdurchschnittlich gut abgesichert und richtig schöne (Platten-)Kletterei.

M.&B.

11.02.2014 18:53

 

DSCN1040Das viele Drytoolen der letzten Wochen soll sich endlich bezahlt machen, und sich auch mal im Eis zeigen. Und nachdem überall von den super Bedingungen an den Hängenden Gärten die Rede ist (mit teilweise 4 Stunden Wartezeiten an Wochenenden; mit 6 und mehr Seilschaften), nahm ich mir kurzerhand heute frei um mit Philipp zusammen uns auch endlich in dem Mega-Eisklassiker zu versuchen.

Bereits um kurz nach acht Uhr in der Früh waren wir in Lüsens am Parkplatz. Eine andere Seilschaft war bereits beim Rucksäcke packen, da diese aber Easy Afternoon ansteuerten, mussten wir kein Wettrennen zum Eisfall machen nur um als Erster einsteigen zu können. Die Schneeverhältnisse hätte sowieso kein Wettrennen zugelassen, bereits auf der Loipe/dem Winterwanderweg lagen 10cm Neuschnee. Nach etwa 15-20 Minuten kommt man zur „Abzweigung“, verlässt die Loipe und folgt einem ausgetretenem Pfad in Richtung der Eisfälle. Nur, es war kein Pfad zu sehen. Da pilgern täglich mindestens 10 Leute zu den Fällen, aber vom Pfad keine Spur. Schneefall und massive Windverfrachtungen zwangen uns den gesamten Weg bis zum Einstieg der Hängenden Gärten zu spuren. Wenn man vom nicht mehr zu erkennenden Pfad abwich, sank man bis zur Hüfte im Schnee ein.

Wir benötigten nochmal fast eine Stunde um zum Einstieg zu kommen. So hatten wir das nicht geplant.

Nach einer etwas längeren Pause stiegen wir dann doch ein. Die Eisverhältnisse waren wirklich sehr gut. Und hier war auch der Massenansturm der letzten Tage und Woche ersichtlich. An manchen Stellen lassen sich im Umkreis von wenigen Zentimetern bis zu 6 Eisschraubenlöcher erkennen. Und auch heute waren wir nicht allein, zwei weitere Seilschaften folgten uns in die Gärten und mindestens zwei Seilschaften waren im Easy Afternoon am Weg.

2014-02-11 12.05.50DSCN1054Nach knapp 3 Stunden standen wir glücklich und zufrieden am Top, noch zweimal abseilen und schon stapften wir wieder Richtung Auto um uns einen wohlverdienten Radler zu genehmigen.

12.01.2014 18:51

Heute starteten Philipp und ich gemeinsam mit Berni Kamleitner und Christoph Schöpf am 31. Dezember ins Stubaital, wo wir den zweiten und den vierten Zwerg im Grawa Eisgarten kletterten.

DSCN0977IMG-20131231-WA0000Die Besteigungen waren zwar erfolgreich, wenn auch teilweise etwas wenig Eis war, aber aufgrund der extrem kalten Luft und eines leichten, aber sehr unangenehmen Windes holten Berni und Mike sich leichte Erfrierungen an den Zehen.

DSCN0987Trotz der noch immer schmerzenden Zehen fuhren Mike und ich am 04. Jänner nach Lüsens, kletterten zum Aufwärmen „Easy Afternoon“ und wollten anschließend zu den „Hängenden Gärten“. Da dort in der Zwischenzeit aber bereits 3 Seilschaften am Werkeln waren, beschlossen wir umzukehren und fuhren wieder nach Hause. Mike seine Zehen bedankten sich dafür, aber Schade, die Gärten wäre nicht schlecht dagestanden.

copyright by Andreas Klotzcopyright by Andreas Klotz

copyright by Andreas Klotzcopyright by Andreas Klotz

Gestern machten wir uns auf den Weg zum „Dom“ um endlich wieder mal an unseren Projekten zu kratzen. Mit von der Partie war Andi Klotz, der auch seine Kamera dabei hatte und sowohl vor, als auch hinter der Kamera für einige Action und gute Aufnahmen sorgte.

Mike und ich machte erhebliche Fortschritte in unseren Projekten, so konnten wir in beiden Touren inzwischen alle Teile entschlüsseln und in Stücken klettern. Ich für meinen Teil fühle mich aber noch immer Kilometerweit weg von einem Durchstieg. Derzeit sehe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich wachse noch um mindestens 5 Zentimeter (wenn schon nicht der ganze Philipp, dann wenigstens die Arme 🙂 ), oder ich werde einfach noch viel stärker und ausdauernder…

18.12.2013 18:46

 

Topo zur Verfügung gestellt vonb Albert LeichtfriedTopo von Albert Leichtfried

DSCN0911

Wenn man schon mal mitten unter der Woche frei hat, dann muss man das auch ausnutzen. Da auch Ich und Philipp frei hatten ging es für uns ins Ötztal, genauer gesagt von Ötz in Richtung Ochsengarten und kurz nach Ötzerau zu einer Mixedkletterei namens „Black Denim“ M5/WI5. Die Linie wurde erst vor zehn Tagen von Albert Leichtfried und Benedikt Purner erstbegangen und scheint in den letzten Tagen viel Verkehr gehabt zu haben.

DSCN0922DSCN0926Der untere Teil ist inzwischen nahezu eisfrei, was sehr vorsichtiges klettern bedeutet, sichern ist nur mittels Würgeschlingen an Gestrüpp möglich. Die Eislänge im oberen Teil ist die Gartenarbeit im Unteren aber wert.

M. & P.

09.09.2013 18:43

Für mich ging es am Wochenende in den Silvapark. Layla hat ihr versprechen wahr gemacht und ist auf Besuch im schönen Tirol. Nach dem „kurzen“ und „fast flachem“ Zustieg in den Sektor Golden Gate holte sich Layla dann nach der Aklimatisation und dem Aufwärmen die Fb 7B Sunny Side Up und zeigte uns später im Shining, dass sie kein Angst für gruseligen Ausstiegen hat. Leider ist sie beim Stehstart knapp gescheitert, beim nächsten Mal geht es aber sicher.

Mike war am Samstag wieder in den hohen Wänden am Weg, diesmal wieder mit Berni Gollner, mit dem er erst vor Kurzem die Bettelwurf-Nordwand durchstiegen hat. Diesmal waren sie im Kaiser unterwegs, die Fleischbank SO Verschneidung hat es Ihnen angetan. Hier sein kurzer Bericht:

Fleischbank SO Verschneidung 8- (A0)

Beschreibung im Topo: ausgesetzte, anstrengende Verschneidung und Rißroute.

Die Kletterei gehört zu den ganz großen Extremklassikern im Kaiser Gebirge, die trotz Sanierung nicht zu unterschätzen ist und eine gehörige Portion Moral vom Vorsteiger verlangt.

fleischbank so pfeiler 003 fleischbank so pfeiler 007 Uns war klar, das ist etwas für uns und am Samstag fuhren wir nach Ellmau und weiter zur Wochenbrunner Alm.
Von dort gingen wir über die Gaudeamus Hütte, über das Ellmauer Tor zum Einstieg.
Zu unserem Erstaunen waren zwei tschechische Seilschaften schon in der Wand.
Bereits am zweiten Standplatz liefen wir auf die Seilschaft vor uns auf, die beiden Herren waren etwas älter und hatten sichtlich keine Eile.
fleischbank so pfeiler 008fleischbank so pfeiler 006Am Anfang der schwierigeren Längen konnten wir zum Glück überholen, nur um umgehend auf die zweite Seilschaft aufzulaufen. Die Wartezeit am Stand wurde etwas verkürzt, durch die Tatsache, dass in dieser Seilschaft ein Mädel dabei war, die gut Deutsch sprach und noch dazu etwas Wasser für uns übrig hatte, da unsere Vorräte bereits leer waren.
fleischbank so pfeiler 016 fleischbank so pfeiler 020Die Beschreibung im Topo erwies sich als absolut zutreffen, wahrlich ein Extremklassiker wo eine gute Moral gefragt ist.
Nach dem anstrengenden Tag schmeckte das Bier auf der Gaudeamus Hütte nochmals so gut.
Fazit: Nicht zu unterschätzen und kleine Friends sind deine Freunde in der Tour.

M.

05.09.2013 18:40

Am Samstag startete ich mit Berni Kamleitner um 5:00 Uhr in der Früh los in Richtung Dolomiten-Tofana.

Ziel war der Pilastro Tofana di Rozes via Constantini-Ghedina; 650m; Schwierigkeitsgrad VI

Tofana 008Tofana 013 - KopieNach einem schnellen Frühstück auf der Hütte gingen wir zum Einstieg, dort angekommen staunten wir nicht schlecht. Drei Seilschaften waren bereits in der Wand.

Da diese aber bereits 3 Seillängen Vorsprung hatten machten wir uns nicht allzu viele Sorgen.
Wir kletterten los und bald stellte sich heraus, dass wir ein flottes Tempo draufhatten, da wir der Seilschaft vor uns immer näher kamen.
Schlussendlich kam es wie es kommen musste, wir liefen auf die anderen Seilschaften auf.
Überholen ging leider nicht, also stellten wir uns brav in der Schlange an.
Tofana 020Tofana 028Die Seilschaft direkt vor uns bestand aus zwei netten Italienern, mit denen wir, wann immer wir gemeinsam an einem der Stände hingen, einen gemütlichen „Hoagascht“ hatten. In den letzten 3 Seillängen konnten ich und Berni dann doch eine andere Variante klettern und somit überholen!
Nach einer kurzen Rast und Stärkung am Gipfel gingen wir wieder zurück zur Hütte wo unser Auto stand.
Tofana 036Am Weg nach Hause gönnten wir uns in Cortina noch eine gute Pizza wo wir Christoph S. trafen, aber das ist eine andere Geschichte…

Fazit: Ein toller Tag in einem super lässiger Klassiker

M.

26.08.2013 18:38

Seit vielen Jahren geistert mir die Bettelwurf Nordwand schon im Kopf herum. Das Topo der Erstbesteiger Franz Stoll und Ernst Koch aus dem Jahre 1926 las ich mir schon zigmal durch:

1400 Höhenmeter, Schwierigkeit: 5 schwierig bis besonders schwierig
Mehrere Jahre suchte ich nach einem Kletterpartner für dieses brüchige Abenteuer, in Berni Gollner hatte ich ihn nun endlich gefunden.
Plan war es, alles an einem Tag zu schaffen, d.h. kein Biwak, keine Übernachtung auf einer Hütte.

DCIM100GOPROAm 17.8. um 3:30 Uhr war es soweit, ich holte Berni zu Hause ab und wir fuhren in das Halltal zum Parkplatz Herrenhäuser. Von dort gingen wir übers Lafatscher Joch zum Hallerangerhaus und weiter über das Überschalljoch zum Lochhüttl und hinauf zum Einstieg, den wir ca. eine Stunde suchten. Nach einer dringend notwendigen Pause stieg ich als Erster in die Tour ein.
Nach ein paar Metern wird einem sofort klar, hier ist kein Platz für Warmduscher, hier geht´s zur Sache. Karwendelbruch vom Feinsten, aber noch akzeptabel.
Nach der 3. Seillänge tauchte der erste Haken der Erstbegeher auf, vollkommen verbogen und locker aber ein willkommener Anblick, wir wussten, wir waren richtig.
Ich zog ihn mit meinen Fingern heraus, klopfte ihn gerade und schlug ihn wieder ein. Einer der mitgebrachten Normalhaken noch schnell eingeschlagen und fertig war der Stand für die Nachsicherung.
In der nächsten Seillänge fanden wir drei alte Haken bevor es durch eine brüchige Verschneidung zu einem im Topo beschriebenen Wasserbecken geht. Hier befindet sich der Einstieg in den 130 m hohen Kamin, der die nächsten Seillängen bildet. Am Anfang ist der Kamin noch schön breit und super lässig zum Klettern, nach oben hin wird er immer enger und steiler, und auch schlechter zum Absichern. Bald ist er zu eng um mit Rucksäcken zu klettern, nachjümarn war die Devise.

DCIM100GOPRO

DCIM100GOPRODCIM100GOPRO

Nach dem Kamin verstiegen wir uns leider in eine falsche Rinne, bei einer 30 m hohen, senkrechten und glatten Wand angekommen wussten wir sofort wir waren falsch, hier sind die Erstbesteiger nicht geklettert, Rückzug. Wir seilten uns über einem Köpfl ab und nahmen die nächste Rinne, diesmal war der Weg der Richtige.

DCIM100GOPRO DCIM100GOPRO DCIM100GOPRO

Nach weiteren 3 Seillängen entschlossen wir uns, die Seile in den Rucksäcken zu verstauen. Die Brüchigkeit des Gesteins machte das legen von Friends, oder einschlagen von Normalhaken unmöglich, und wir wollten einen Mannschaftssturz vermeiden. Solo steuerten wir direkt auf die im Topo beschriebenen gelben Wände zu. Nach ca. 400m seilfreiem klettern und völlig ausgetrocknet fanden wir in einer Rinne Schnee, endlich wieder etwas zu trinken.
Bei den gelben Wänden angekommen, kletterten wir leider wieder zu früh links weg und anstelle der beschriebenen Ausstiegsrampe kletterten wir ca. 100m unter dem Gipfel, wieder in eine Rinne. Bei einer 8m hohen, extrem brüchigen Wand angekommen, kletterte ich äußerst sensibel voraus, oben angekommen warf ich Berni dann doch ein Seil zu um ihn im Nachstieg zu sichern. Diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus, Berni räumte auf seinem Weg nach oben unzählige Schuppen und Griffe aus der Wand. Nach weiteren 60m standen wir endlich auf dem Gipfel.

iphon 015 iphon 017iphon 018

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es auch schon wieder runter zur Bettelwurfhütte. Unser Dank dem Wirt, der uns, nachdem er von unserem Abenteuer gehört hat, eine Runde Schnaps spendierte.

Nach der Stärkung auf der Hütte marschierten wir wieder weiter. Über das Lafatscher Joch ging es zurück zu unserem Auto, welches wir gegen 23.00 Uhr erreichten.

Unser Fazit: Ein wirklich großes Abenteuer das direkt vor unserer Haustür steht, aber aufgrund der Brüchigkeit und der Schwierigkeit der Wegfindung ist diese Wand aber nur absoluten Alpinisten zu empfehlen, ein Satz Friends und einige Normalhaken sind ebenfalls empfehlenswert.

BERG HEIL !!!

Mike

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